Versuche stets, der erste zu sein. Oder: Der Zweite ist immer der erste Verlierer. Was haben unternehmerische Pioniere mit dem Helden aus dem Film “Highlander” gemeinsam?

Es kann nur einen geben. Schon aus Prinzip. Eine Nummer eins.

Alle, die in die Fußstapfen eines Pioniers treten, mögen dessen Pionierleistung im Nachhinein besser, schneller, billiger oder weiß der Kuckuck was erledigen. Was nutzt es ihnen? Nichts. Denn kaum ein Aussenstehender wird bloßes, wenn auch im Detail verbessertes Nachmachen als eigenständige Initialleistung zu würdigen wissen.

Wenn es Dir also gelingt, in irgendeinem Bereich die Nummer eins zu sein oder zu werden, dann hast Du schon gewonnen. Wenn nicht, hast Du es verteufelt schwer!

Dieses ewige Gesetz wirkt so gut wie immer und überall. In der Wirtschaft ebenso wie bei anderen Heldengeschichten, die das Leben schreibt.

Was verbindest Du z.B. mit dem Namen Charles Lindbergh? Der flog als Erster über den Atlantik, richtig? Falsch! Tatsächlich gebührt diese Ehre John Alcock (1882 – 1919) und Arthur Whitten Brown (1886 – 1948). Die beiden Briten setzen am 14.06.1919, acht Jahre vor Lindbergh, vom kanadischen Neufundland aus zu einem zweitägigen Flugtrip nach Europa an. Und tatsächlich, nach einem 16-stündigen Nonstopflug erreichten sie in ihrem offenen Doppeldecker halb erfroren mit Mühe und not die westirische Küste. Ruhm und Ehre erreichten sie nicht für diese Heldentat. Diese mutigen, aber völlig vergessenen Flugpioniere hatten es leider versäumt, die “PR-Maschine” anzuwerfen. Ihre Tat geriet rasch in Vergessenheit. Also eine wichtige Lektion hatten die Herrschaften vernachlässigt. Tue Gutes und SPRICH DARÜBER.

Charles Lindbergh kommt die Ehre zu, 1927 als erster Mensch ganz allein und ohne Zwischenlandung “den grossen Teich” überflogen zu haben. Und es ist bezeichnend, dass Du Dich nach dem Menschen, der nach ihm dasselbe geschafft hat, “totgoogeln” kannst. Erfolglos. Tja, der Zweite ist immer der erste Verlierer!

Die Moral von der Geschichte? Überlass das Feld den anderen nicht!

Dein Ziel muss vielmehr immer sein, die oder der Erste zu sein. Denn als Nummer eins in Deiner Kategorie hast Du gewonnen. In Ausnahmefällen kommst Du auch als Nummer zwei ganz gut zurecht. Nämlich dann, wenn Du Dich als frecher, querdenkender Herausforderer positionierst, der den Marktführer herausfordert. Mitunter nach einigen Jahren harten Kampf, kannst Du so den Aufstieg zur Nummer eins schaffen. Der Markt muss sich dazu jedoch geändert haben.

Apple liefert ein treffendes Beispiel für solch einen “verschleppten” Aufstieg. Lange Zeit rangierte die Firma aus Cupertino im Computer- und Softwaremarkt “nur” an Position zwei. Irgendwann aber ritt sie zum Angriff – und zog an der langjährigen Nummer eins vorbei. Geholfen hat Apple dabei ein Kniff. Die genialen Köpfe hinter diesem Coup erfanden völlig neuen Produktkategorien. Inzwischen gibt Apple seinen Mitbewerbern “sein Gummi zu riechen und den Staub zu schmecken”. Das kannst Du auch schaffen. Selbst wenn Du als Unternehmer und Selbständiger im Traum (noch) nicht an die Dimensionen des Apple-Konzerns heranreichst.

Wenn Du quer in einen Markt einsteigst, kannst Du in der Regel nicht als Nummer eins einsteigen, ausser Du erschaffst aus dem Stand einen neuen Markt. Aber wenn Du in bestehende Märkte einsteigst, ist Nummer zwei schon ein grosser Erfolg. Auch die Nummer zwei kennt man.

Deswegen habe ich mir das Ziel “Am liebsten Nummer eins werden, aber miindestens Nummer zwei!” zur Leitlinie gemacht. Ich will eine vorher von mir definierte Branche langfristig immer dominieren. Lass mich an einigen Beispielen beweisen, dass ich mit dieser Einstellung goldrichtig liege.

Wenn ich “Männermagazine” sage? Egal ob Du ein Mann oder eine Frau bist: Es wird Playboy sein. Eventuell kommt nach längerem Nachdenken noch Penthouse in den Sinn. Aber was dann?

Denke an Cola – was fällt Dir ein? Coca Cola und Pepsi Cola – klarer Fall.

Smartphone? Apple und Samsung, von der Reihung je nachdem, ob man an Umsätze, Martkanteile in Stück oder Wertschöpfung denkt, ist mal der eine, mal der andere vorne.

Gleichgültig mit welchem Produkt oder Servicegruppe Du diese Frage durchdeklinierst – mehr als zwei dürften Dir meist nicht in den Sinn kommen. Und so wie Dir geht es auch Deinen Kunden. Sieh also zu, dass Du im Bewusstsein Deiner Zielgruppe mindestens Zweiter wirst.

Wenn Du dem Primus in Deinem Marktsegment öfters Deinen heissen Verfolgeratem in den Nacken bläst, kannst Du mittelfristig zum Überholspurt ansetzen und an die erste Stelle rücken. So mustergültig, wie Apple das durchgezogen hat.

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